Frankfurt geht aus...
Döpfner's im Maingau
Seit Mitte des Jahres zeichnet Daniel Schönberger für den kulinarischen Stil des Hauses verantwortlich und möchte einerseits auf Klassiker in modernem Gewand setzen, andererseits aber die bewährte Mischung aus Hochküche und bodenständigen Gerichten in Bestform fortführen. Der Anteil an Stammgästen ist hoch, und die will man nicht vor den Kopf stoßen - ein anspruchsvoller Spagat, der jedoch fast lückenlos gelingt.
So ist bereits der Gruss aus der Küche so einfach wie spannend, denn das in Sojasauce marinierte Thunfischfilet in hervorragender Qualität bringt gemeinsam mit Frühlingszwiebelscheibchen die Sache auf den Punkt: Hier werden beste Produkte unkompliziert und dennoch abwechslungsreich interpretiert. So auch der "Hummer auf zwei Arten serviert" aus dem dreigängigen Hummermenü (mit korrespondierenden Weinen 64,50 €), der kalt mit Stücken von Schere und Korpus mit unterschiedlichen Fonds serviert nicht nur optisch ein Meisterwerk darstellt. Sauvignon blanc von Markus Schneider passt da gut, wie überhaupt die Weinauswahl im Hause Döpfner immer noch vorbildlich ist. Die Tagliarini mit Trüffel (17 €) hingegen sind der einzige Schwachpunkt des Abends: Sie lagen zu lang im Wasser und die Trüffel sind ihr Geld nicht wert. Ausgezeichnet hingegen schmeckt sowohl der halbgebratene Hummer mit Vanillepsinat und Safranrsiotto aus dem Mneü als auch ein Lammcarree mit herhaftem Bohnencassoulet, wie man es besser kaum auf den Teller bringen kann. Das Tiramisu mit Karamelleis zum Schluss ist nett, aber erreicht nicht die Finesse der vorherigen Gänge, während Käse (13 €) und Spätburgunder von Lergenmüller (0,2l zu 8 €) aus der Doppelmagnum immer eine gute Idee sind.
Artikel aus dem Journal Frankfurt, Ausgabe 24/11, von Bastian Fiebig

